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Ich finde gerade dass dieser Person eine eigene Seite zusteht.

*30. Mai 1956 - 22.September 2006

"Am 30. Mai ist der Weltuntergang", hat sie oft gesungen.

Ich habe ien Foto gesehen auf dem sie gelächelt hat.
Da war sie 17.
Von da an gings bergab.

Sie war als Jugendliche, so behauptet meine Patentante, in einer Klinik damit sie zunimmt. Sie wollte keinen wiblichen Körper,
wollte nicht begrehrenswert sein, wollte nicht länger des Vaters liebstses Kind sein.
"Ich musste Möhen essen die ich auskotzte und dann weiteressen", so hat meine Mama mir das erzählt.

Ich nehme nicht an dass sie glücklich gewesen ist zuhause
aber sie war mit Freunden weg und wird auch spaß gehabt haben ...oder?

Ihre Mundwinkel hängen tief auf neueren Bildern
Die Haare sind spröde und ihr Gewicht schwankt selten so, dass man es ihr hätte ansehen können.

Nähe war schwierig für sie. Das Bett zu meinem Vater getrennt seit der Zeugung "in einem weißen Hotel am Strand von Fuerte".

Es gab Streit in meinem Elternhaus. Ich habe jeden Abend geweint. Aber weder meine drei brüder noch ich waren fähig das anzusprechen.

Ich weiß es gab Affären, Alkoholprobleme und Machtspielchen zwischen meinen Eltern. Briefe von meiner Tante an meine Mutter zum "Durchhalten" habe ich gefunden.
Aber ihr Leiden hat sie nie so ausgedrückt.

Sie ist eine Person die ins Leere starrt. Sitzt am Laptot und spielt oder sitzt am Strand und starrt aufs Meer.
Aber gesprochen hat sie irgendwie selten in meiner Erinnerung
Zusammenhangslose Sätze waren es. Die Stimme aus dem Off wie im Film.

Gegessen hat sie nicht mit uns
"Ich bin noch satt von gestern" oder "Ich habe beim Kochen schon so viel probiert"..... habe ich dauernd hören müssen
Dann die Beschuldigungen weil ich etwas gegessen habe.
Sie hat mir Geld zum Abenhem geboten, das vertraglich festgehalten, mir gelbe Stretchjeans gekauft um mir zu zeigen wie fett sie mich findet, mich im Fitnessstutio angemeldet, mir Abnehmpillen gegeben - nett, oder?
"Kein Wunder dass du so fett bist wenn du um 22 Uhr noch einen Apfel isst"
"Kein Wunder dass du so fett bist wenn du auch noch Butter auf Kartoffeln tust"
Heute sehe ich das als Mitteilung einer kranken Person. Sie war nunmal magersüchtig, auch wenn meine Familie das nicht sehen wollte. Aber weh getan hats trotzdem.

Meine Tante sagt sie wäre stolz auf uns Kinder. Vier an der Zahl. Aber warum konnte sie das nie vermitteln?
"Ich wollte dich auch nicht haben" Das sagte sie mir als ich 12 war. sie saß am Laptop und psielte Mahjong. Ich stand auf der anderen Tischseite an den Unterschrank gelehnt und habe irgendetwas angesprochen, dass sie scheinbar verletzt hat.
Mich hat dieser Satz auch getroffen und er tuts auch heuten noch.

Ich hatte keine einfache Pubertät möchte ich sagen und habe es ihr nicht leicht gemacht mich zu akzeptieren. Aber wer ohne Grenzen erzogen wurde der hat es einfach schwieriger seine eigenen zu finden.
Meine Mama stand am Hern und kochte sich zwei Kartoffeln da kam ich runter und berichtete von meinem Mailverkehr zu meiner Therapeutin "Du die Sarah kommt mich gleih abholen und fährt mich in die Klinik" Sie hat den Topf ausgeamcht und gefragt was für eine Klinik? Ich meinte nur "Eine Klapse" da hat sie sich ne Kippe angemacht und ich meine Sachen gepackt.
In der Klapse hat mich dann sarah, meine damalige Therapeutin in den Arm genommen. Das war gut aber jeder dachte sie sei meine Mutter.

Ungefähr zeitgleich wurde meine Mutter richtig krank.
2001 kam die Diagnose "Ich habe Hodenkrebs", so hat sie es ausgedrückt.
Einen Granuloser Zelltumor oder wie man das auch nennen mag. Aber rauchen kontne sie noch. Die Lunge war nicht befallen. So ging sie mit Tropf am Arm Tage nach der Op immer gleich zum Rauchen.
Ich habe nie gedacht dass meine Mutter mal sterben könnte. Die ist unkaputtbar dachte ich, weil sie ihr Leben so hasst und dennoch am Leben bleibt.
Die Chemos, OPs und Krankenhausaufenthalte wurden immer länger. Ich habe meine Mutter nur noch kotzen sehen und wie sie dünner wurde aber ihr wuchsen sogar mal wieder Haare. Sie konnte nach Corsica fahren, wo sie sich heimisch fühlte.

Zu meinem 21 Geburtstag habe ich einen Brief von ihr bekommen, den ich hier nur Sinngemäß wiedergeben werde, nachlesen kann ich derzeit nicht:
"Liebe Lisa, Alles gut und viel Erfolg im Leben
Adieu, Monika"
Darin waren 100 Euro.
Auf der Karte eine Katze in bunt.
Ich habe den Brief nur gelesen und bin zu meinem kleinen Bruder gegangen, der auch so einen Brief bekommen hat (wir sind Zwillinge)
Ein Abschiedsbrief haben wir uns fast zeitglich gefragt und dann wieder mit den Freunden gesprochen.
12 Tage später bekomme ich einen Anruf von meinem Zwillingsbruder auf der Arbeit.
Ich arbeite noch 2 Stunden und sage dann der Chefin bescheit.

Als ich ins Haus komme und sie da mit offenen Mund auf ihrem Sofa liegen sehe fange ich an zu weinen.
Sie lag da seit Jahren immer, hat gesschlafen, fernsgesehen und alles mit ihrer zynischen Art kommentiert.
Jetzt lag sie leblos da. Ein Skelett mit einem handballgroßen Tumor im Bauch.
Ich gehe in den Garten und sehe da meinen Bruder und seine Freundin mit roten Augen sitzen. Als sie mich weinen sehen kommen auch ihnen wieder die Tränen. Ich nehme beide in den Arm. Das habe ich nie zuvor getan aber es war richtig, es tat gut.

Mein Vater kommt weinend runter.
Mein Zwilling telefoniert nüchtern und trinkt Bier. So kenne ich ihn. Seine Trauer kam später. Er musste alle Verwandten anrufen, der arme Kleene.
Der älteste Bruder kommt später von der Arbeit. Auch ihn habe ich zum ersten Mal in meinem Leben weinen sehen.

Meine Mutter hatte sich
Queen - It's a hard life
Eurythmics - Sweet dreams
und ein französisches Chanson ausgesucht für die Beerdigung
und die fand ich mal wirklich schön
Musik in der Trauerhalle, Mimosen (die meine Mutter so liebte) und 80 Menschen kamen sie zu feiern
Der Pfarrer, ein Familienmitglied, sagte sie habe ihm gesagt "Johannes ich bin bereit zu gehen. Ich habe den Kampf gewonnen"
Ich habe noch nie im Leben so viel weinen müssen und so viele traurige Menschen gesehen.
In schwarz sollte niemand kommen. Einige kamen aber die meisten waren bunt angezogen.
Verwandte, Freunde mit Eltern, Patienten meines Vaters... alle waren da um diese bewundernswerte nicht einfache Person zu verabschieden.
Der Ballonverkäufer hatte rote, gelbe und grüne Ballons in der Hand und jeder ließ einen in die Luft steigen.
Dann der TrauerZug nach hause.

Dort gab es Mettbrötchen, wie sie es sich gewünscht hatte.
Sie hatte auch für die Beerdigung das Geld beiseite gelegt und vorher bestimmt wer kommt und wie alles abläuft.
Auch hat sie mehrere Tausend an ihre Kinder gegeben und Geld für die Instandhaltung ihres Hauses auf Corsica hat sie sich angespart gehabt.

Ob ich mich mit meiner Mutter veröhnt habe hat man mich gefrat. Das nicht aber ich habe sie als ich mich am 10. Septemer an der Türe nochmal umdrehte lächelnd gesehen.


Mein Bild von ihr istu nvollständig, weil ich sie kaum kenne. Ich erfahre langsam von Verwandten aber jeder sagt etwas anderes.
Ich habe ihr den Tod gewünscht, weil sie nicht die Mutter war wie ich sie gebraucht hätte. Aber sie war ja auch nur krank und konnte es nicht anders.

Heute weine ich, weil sie nicht sehen kann was aus mir geworden ist. Dass ich aus ihrem schattten und über ihre Fußstapfen geklettert bin und etwas aus mir geamcht habe.
Ich habe bald meine Ausbildung beendet, bin über meine Krisen hinweg und lebe gerne. Im Gegensatz zu ihr kann ich sogar genießen.
In vielem bin ich ihr ähnlich. In ihrer Stärke, ihrem abgrundtiefen Humor, der Art der Freundschaften und wie man gesehen wird. Ich hasse und mag sie. Aber einen richtigen Draht habe ich heute noch nciht zu ihr. Ich finde sie nicht. Sie scheint wirklich tot zu sein.


gestorben 22.September 2006



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